
1. Der längste Trip
Bei 50 Workshoptagen im Jahr und vielen anderen Anlässen, bei denen ich als Dozentin oder Vortragende eingeladen bin, kommen einige Kilometer pro Jahr zusammen. Nicht selten fahre ich zu einem Workshop-Ort bis zu 800 KM (ein Weg). Gleich im Februar bin ich jedoch innerhalb von 10 Tagen für einen Workshop-Trip fast 3000 Kilometer gefahren. Mein Weg führte mich zunächst an einem Freitag im Februar nach Rendsburg in Schleswig-Holstein. Samstag und Sonntag hatte ich dort in der Region jeweils einen Ganztagesworkshop einmal bei einem Blasmusikverband (Thema Zukunft der Musikvereine) und einmal eine Zukunftswerkstatt bei einem Musikverein. Am Sonntagabend machte ich mich auf in den Süden. Nach zwei Zwischenübernachtungen kam ich am Dienstagvormittag in Bozen/Südtirol an. Bis Samstag in der Früh war ich in Bozen beim Dirigentenfestival Spotlight Conducting engagiert (Social-Media-Begleitung, Referat „Der Dirigent als Schlüsselfigur eines florierenden Blasorchesters“, Nachbericht) um dann den Samstag nochmals mit einer Zukunftswerkstatt in Tirol zu verbringen. Wie es mein Terminkalender so will, war ich am Wochenende drauf schon wieder im hohen Norden Deutschlands… Wie gut, dass ich sehr gerne Auto fahre!
2. Das beste Frühstück
Frühstück ist mein „running gag“ – vor jedem Workshop, bei dem eine Übernachtung vorausgeht, poste ich ein Foto meines Frühstücks. Meist geht es nicht lange bis bemerkt wird, ob es Gurke zum Frühstück gibt oder nicht… Stephan Niederegger hat mich deshalb im Jubiläumsinterview auch gefragt:
Der Frühstückspost ist mittlerweile fast zu einem Markenzeichen von deinen “Geschäftsreisen” geworden – ist das ein bewusstes PR-Konzept oder ein zufälliger “Running Gag”?
Geantwortet habe ich: “So was kannst Du nicht planen… Vor ein paar Jahren habe ich angefangen einen Morgengruß zu posten, um meine Aktivitäten publik zu machen, ohne Vertraulichkeit zu verletzen. Ich zeige damit, wo ich überall arbeiten darf und welche Art von Workshop ich an diesem Tag mache. Schon bald hat jemand bemerkt, dass sich auf meinem Frühstückteller immer Gurken befinden und hat das in die Kommentare geschrieben. Und dann ging es los… Die meisten Kommentare gibt es dann, wenn es zum Frühstück keine Gurken gibt… Seit das so viel Aufmerksamkeit erregt, poste ich das Frühstücksbild obligatorisch von jedem Ort.”
Ich habe lange überlegt, welches meiner vielen Frühstücke von unterwegs denn das beste war. Mein Lieblings-Frühstücks-Buffet gibt es im Hotel Krautsand bei Drochtersen (Niedersachsen, direkt an der Elbe) – da gibt es nicht nur Rührei und Lachs, sondern auch frische Nordseekrabben! Hhm, so lecker! In diesem Hotel bin ich übrigens immer, wenn ich dort in der Nähe zum Workshop bin…
Mein Frühstück im Hotel Krautsand im Januar 2025:

3. Das erstaunlichste Konzert
Das erstaunlichste Konzert erlebte ich in Ulm während des Deutschen Musikfests – bei dem ich alle vier Tage war. Ich wusste, dass das Polizeiorchester Bayern gut ist. Aber besonders die Interpretation von James Barnes‘ dritter Sinfonie „Die Tragische“ hat mich sehr berührt! Noch nie zuvor habe ich eine gefühlvollere Aufführung erlebt!

4. Die größte Workshop-Runde
Bei Workshops, die ich auf Einladung von Blasmusikverbänden für Vereinsverantwortliche halte, melden sich in der Regel zwischen 15 und 30 Personen an. Beim Vereinstag des St. Galler Blasmusikverbands war jedoch schon von vorneherein klar, dass mindestens 60 Personen kommen… Bei so großen Gruppen erarbeite ich das gewünschte Themenfeld mit den Teilnehmer:innen gerne als Allegro con fuoco – das musikalische Speed-Dating. Die Themen bezogen sich alle auf erfolgreiche Jugend- und Nachwuchsarbeit im Musikverein. Die Teilnehmenden waren die Jugendverantwortlichen in den Musikvereinen des St. Galler Blasmusikverbands. Im Workshop waren dann letztendlich mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

5. Die beste Musikerparty
Meine beste Musikerparty fand in diesem Jahr wieder in der Carinthischen Musikakademie in Ossiach/Kärnten statt. Das Buffet beim jährlichen „meet and greet“ ist schon legendär… begleitet mit leckeren Weinen aus der Region.

6. Das schönste Hotel
Premiere! Zum ersten Mal in meiner 10-jährigen Selbständigkeit wurde ich von einem Musikverein, bei dem ich eine Zukunftswerkstatt durchführte, in einem 5-Sterne-Hotel untergebracht. Möglich machte dies einer der Vorstände des Vereins, der im Hotel Landhaus Wachtelhof in Rotenburg/Wümme Hoteldirektor ist. Ich habe sehr genossen! Sowohl das schicke Hotelzimmer als auch Pool und Sauna, das Abendessen und natürlich das grandiose Frühstück!
7. Das spannendste Musiziererlebnis
Spannend im wahrsten Sinne des Wortes war unsere Teilnahme mit dem Freiburger Blasorchester am Internationalen Wettbewerb bei Deutschen Musikfest in Ulm/Neu-Ulm. Wir gaben alles auf der Bühne und landeten unerwarteter Weise nach dem Sinfonischen Blasorchester Kreuzlingen (CH) auf dem zweiten Platz! Große Freude! Riesenerfolg!

8. Die spontanste Interviewrunde
Normalerweise werde ich zu Interviews oder für Podiumsdiskussionen schon Wochen vor dem Anlass eingeladen. Das Thema steht dann schon fest und ich werde gebeten, Vita und Foto für die Ausschreibung des Anlasses rechtzeitig zu mailen. Ich habe dann auch die Möglichkeit, mich auf das Interview bzw. die Podiumsdiskussion vorzubereiten. Nicht so beim Dirigentenfestival an der BDB-Musikakademie in Staufen. Der Podiumsdiskussionsleiter stand fest: Andy Schreck. Wer jedoch die Teilnehmer:innen auf dem Podium waren? Wusste keiner. Nicht einmal Andy… Beim Mittagessen am Tag der Podiumsdiskussion wurde ich vom Organisator des Festivals dann gefragt, ob ich auf’s Podium und zum Thema „Wie gewinne ich mein Publikum“ sprechen möchte. Zusammen mit mir auf dem Podium: Oliver Nickel und Celine Pellmont, die auch erst an diesem Tag gefragt wurden… Mittlerweile gibt es die Podiumsdiskussion bei Andy auf dem Blasmusik-Podcast „On Air“ zum Nachhören: Wie gewinne ich mein Publikum.

9. Die bereicherndste Musikwoche
Bei drei Orchesterwochen habe ich in diesem Jahr mitgespielt: Beim Blasmusikforum in Ossiach/Kärnten im Teilnehmer-Orchester C/D, beim WAWOP – World Adult Wind Orchestra Project bei der MidEurope in Schladming und bei Benefiz – Musik und Kultur für andere in Emmendingen. Alle drei Wochen waren bereichernd, aber die Woche mit Isabelle Ruf-Weber in Emmendingen doch noch mal ein Funken mehr… Isabelle ist eine grandiose Dirigentin! Die Probenarbeit und -sprache immer positiv und motivierend. Unglaublich, was sie innerhalb von fünf Tagen aus diesem zusammengewürfelten Orchester aus unterschiedlichen Charakteren und Talenten herausgeholt hat. Sicher, es war nicht alles perfekt, aber alles in allem eine runde Sache: musikalisch und menschlich! Das hat natürlich auch mit meinen Flöten-Damen Esmerallda, Säändy, Schantalle, Schakkeline, Skarlett und Mischällää zu tun. Achso, das sind unsere Künstlernamen… meiner übrigens: Määndy. Ihr merkt schon, nicht nur bereichernd, diese Musikwoche mit dem Benefiz-Orchester, sondern auch ein bisschen verrückt. Macht aber nix, das wissen unsere Musikkollegen im Benefiz-Orchester schon. Das ist bei den Flöten jedes Mal so…
10. Die beste Workshop-Verpflegung
Bei Zukunftswerkstätten in Musikvereinen wünsche ich mir immer eine gute Verpflegung tagsüber für alle Musiker:innen. Wichtig immer: Was gibt es als Mittagssnack? Da sind die Musikvereine manchmal kreativ unterwegs! Doch meistens gibt es tatsächlich „Pizza-Bringdienst“ (für mich, die jedes Wochenende bei Musikvereinen unterwegs ist, jetzt tatsächlich nicht so prickelnd). Manchmal gibt es mein Leibgericht-Snack: Fleischkäsweckle (oder Leberkäsweckle – je nachdem, wo die Zukunftswerkstatt stattfindet). Im Norden gibt es – wenn ich viel Glück habe – Hochzeitssuppe! Sehr lecker! Ich habe auch schon Würstchen, Kürbissuppe, Nudel-Dreierlei oder Spätzle mit Fleischsoße bei Workshops gehabt. Aber den Preis der besten Mittagsverpflegung bekommt in diesem Jahr die Musikkapelle Ruppertshütten: Es wurden Steaks gegrillt und dazu gab es ein wunderbares Salatbuffet!

11. Der hübscheste Workshop-Ort
Wenn wir den Ort als Gemeinde nehmen, dann gewinnt Verl den Preis des hübschesten Workshop-Orts. Hier habe ich eine Zukunftswerkstatt mit dem Musikverein Verl durchgeführt.

Wenn wir den Ort als Gebäude nehmen, dann unbestritten das Puttererschössl in Aigen im Ennstal/Steiermark! Hier durfte ich zwei Workshop-Tage durchführen: Einmal ein Evaluationsworkshop “Kommunikation & Zusammenarbeit” mit dem Vorstand und eine Zukunftswerkstatt mit den Musiker:innen mit der Stadtkapelle Bad Hall / Oberösterreich.

12. Die lustigste Komponistenrunde
Die lustigste und auch die größten Komponistenrunde habe ich im April 2025 bei der akustika in Nürnberg erlebt! Insgesamt 15 Komponisten haben den Weg nach Nürnberg auf Einladung des Nordbayerischen Musikbundes und mit meiner Organisation gefunden. Und wie immer, wenn eine so geballte Ladung von kreativen Köpfen aufeinandertrifft: Es ist lustig und witzig und voller Gelächter bis zum Umfallen! Die drei Tage auf der akustika in Nürnberg gehörten zu meinen Gelächter-reichsten im ganzen Jahr! Und das hat nicht nur mit der Nachtisch-Story von Marco Pütz zu tun… (Es gab keine frischen Früchte, da musste er halt ein Tiramisu essen…)

Übrigens: die akustika findet im Jahr 2026 vom 24. bis zum 26. April statt. Beim Komponistentreff könnt Ihr u. a. diese Komponisten treffen und kennenlernen: Gauthier Dupertuis, Mathias Wehr, Dominik Wagner, Hubert Hoche, Bart Picqueur, Peter Kleine Schaars, Jacob de Haan, Johan de Meij, José Alberto Pina, Armin Kofler, Karl-Heinz Bell, Tim Kleren und Florian Möseneder.
10 Jahre Kulturservice Link
2025 war auch das Jahr des 10-jährigen Jubiläums des Kulturservice Link, bei denen 10 Personen jeweils die Fragen gestellt haben. In 10 Interviews erzähle ich viel von meiner Geschichte, meiner Motivation und meiner Leidenschaft für die Blasmusik. Außerdem gibt es in diesen 10 Interviews viele Stellungsnahmen zu Themen wie z. B. der Verbandslandschaft in Deutschland, die Unterschiede der Blasmusikszenen in Europa, den Stellenwert der Blasmusikszene in Deutschland, meine Meinung zur Dirigent:innen-Ausbildung und vieles mehr. Hier die Übersicht über die Interviews mit den direkten Links zum Blasmusikblog:
Fragen von…
… Roman Gruber – Dirigent, Geschäftsführer Salzburger Blasmusikverband und Landeskapellmeister
… Klaus Härtel – Chefredakteur Zeitschrift Brawoo
… Sandra Settele – Dirigentin, Verbandsdirigentin im Allgäu-Schwäbischen Musikbund
… Mark Baumgartner – Dirigent, Marketing-Verantwortlicher Eidgenössisches Musikfest 2026
… Stephan Niederegger – Pressereferent VSM Verband Südtiroler Musikkapellen
… Ralf Eckert – Vizepräsident Blasmusikverband Hochrhein
… Andreas Kleinhenz – Geschäftsführer Nordbayerischer Musikbund
… Henning Klingemann – Dirigent
… Petra Springer – Dirigentin
… Helmut Schmid – Dirigent, Bundeskapellmeister Österreichischer Blasmusikverband
Ausblick auf das Jahr 2026
Für das Jahr 2026 werfen schon einige Highlights ihre Schatten voraus: Ich freue mich sehr auf das Eidgenössische Musikfest EMF in Biel/Bienne, auf die akustika in Nürnberg und den Blasmusiktag im September bei Stretta. Ich freue mich aber auch auf alle gebuchten (und noch nicht gebuchten) Workshops, Zukunftswerkstätten und Umstrukturierungen zum Teambasierten Vereinsmanagement. Ich freue mich auch über Eure/Deine Anfrage über dieses Formular:
Alles Gute und viel Glück Dir und Euch allen für das Jahr 2026,
Alexandra Link











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